Kommentar zur Gruppe Supi

Es gibt viele Gründe, kleine Kinder familienanalog unterzubringen. Für Fälle, die nicht für eine familienanaloge Unterbringung geeignet sind bieten wir eine heimelige Wohngruppenform an.

Wir möchten unsere Gründe für die Heimerziehung für Kinder ab 4 Jahren im Vergleich zu Pflege-/Facherziehungsstellen* kurz darstellen:

  • Die Pflegekinder* rivalisieren häufig erfolglos mit leiblichen Kindern. Insbesondere in Bezug auf jüngere leibliche Kinder der Pflege-/erziehungsstelle „kämpfen“ Pflegekinder mit belastenden und wirkungsvollen Strategien um die mindestens gleich hohe Aufmerksamkeit der Pflegeeltern* und um den altersentsprechenden Stand in der Familie. In einer Wohngruppe vergleichen sich Kinder eher mit anderen Wohngruppenmitgliedern. Emotionen hinsichtlich einer Bevorzugung von leiblichen Kindern innerhalb der Einrichtung ist ausgeschlossen.
  • Pflegekinder identifizieren sich gern mit der Familie und möchten die sog. Pflegeeltern auch „Papa“ und „Mama“ nennen, was ihnen i. d. R. auch gewährt wird. Es sind dann häufig kritische Erlebnisse der Kinder, wenn sie erleben, dass sie kein „echtes“ Familienmitglied sind und sie einen geringeren Status für sich wahrnehmen. Die Trennlinie zwischen Familienzugehörigkeit im Alltag und die formale Trennung von der Familie kann von den Kinder emotional und kognitiv oft nicht erfolgreich gelöst werden. Ein Identitätsproblem im Zusammenhang mit der Pflegefamilie wird vermieden.
  • Ein „Auseinanderbrechen“ der Familie mit sozialen Folgen für das Pflegekind ist nicht möglich.
  • Die Rückführung wird erleichtert, weil die Bezugsbetreuer zwar eine enge Beziehung zu den Kindern entwickeln, jedoch auch eine fachliche Distanz wahren. Die Loslösung aus dem Kontext Heim ist im Vergleich zur familienanalogen Erziehung leichter. Es bestehen von Seiten der Einrich- tung oder Betreuer keine persönlichen oder privaten Interessen, Kinder an das Heim zu binden.
  • Die Kinder finden bei den Erziehern vergleichsweise eher alternative Ansprechpartner für ihre persönlichen und sozialen Belange sowie in Bezug auf die Entwicklung von Beziehungen.
  • Intensive fachliche Beratung: Die Heimerziehung im Kinderhaus an der Ise wird engmaschig gruppenergänzend durch die Einrichtungsleitung psychologisch begleitet und beraten. Die Einrichtungsleitung kennt die Abläufe in der Wohngruppe und die Kinder persönlich. Kritische Verläufe werden zeitnah aufgedeckt und entsprechende Veränderungen können engmaschig begleitet werden.

Evaluation zu bisherigen Erfolgen der Einrichtung mit jüngeren Kindern:

Insgesamt haben wir in der Vergangenheit in Wohngruppen mit jüngeren Kindern bereits nennenswerte Erfolge erzielt. Die schulischen Verläufe waren teilweise sehr erfolgreich. Die Noten verbesserten sich und es Wechsel zu höheren Schulformen. Die soziale Integration in das Dorfleben verlief erfolgreich. Seelisch Behinderte konnten z. B. von der Förderschule E und S ohne ein Schuljahr zu wiederholen zur Regelschule wechseln ohne weitere Unregelmäßigkeiten.

 

*Der Begriff „Pflegekinder“ und „Pflegefamilien“ bezieht sich hier sowohl auf die Erziehung in Pflegefamilien nach § 33 SGB VIII als auch in Facherziehungsstellen nach § 34 SGB VIII.
**Der Begriff Betreuer schließt die weibliche Form Betreuerin ein.